Zur Behandlung erkrankter oder verletzter Pferde gibt es spezielle Pferdekliniken. Dass ein Tier in der Größe eines Pferdes nicht in der normalen Kleintierpraxis behandelt werden kann ist einleuchtend. Im Gegensatz zu den typischen Haustieren wie Hund, Katze oder Hamster, stellen Pferde oftmals einen großen Materiellen Wert dar. Man bedenke nur, dass ein erfolgreiches Turnierpferd oder ein guter Deckhengst schnell viele Tausend Euro kosten kann. Daher ist es auch rentabel, für Pferde eine spezielle Pferdeklinik an zu bieten.

Eine Pferdeklinik findet man natürlich nicht in jeder Stadt, aber dennoch gibt es Deutschland weit eine große Anzahl solcher Einrichtungen. Eine Pferdeklinik ist dabei ganz auf die Behandlung von Pferden spezialisiert und nimmt auch gar keine anderen Tiere auf. Die medizinische Ausstattung einer Pferdeklinik ähnelt dabei sehr der Einrichtung eines Krankenhauses für Menschen. Es ist jede erdenkliche Art der Untersuchung möglich. Beginnend bei einem normalen EKG wie es Kleintierpraxen auch anbieten, kann in der Pferdeklinik eine weitergehende Diagnostik mit Magen- und Darmspiegelungen, Ultraschalluntersuchungen und Röntgendiagnostik betrieben werden. Gerade die Röntgendiagnostik erfordert spezielle Geräte. Die Größe des Tiers stellt eine herkömmliche Röntgenanlage dabei vor unlösbare Probleme. Es muss eben alles etwas größer geplant werden. Auch eine Computertomographische Untersuchung ist in einer Pferdeklinik mittlerweile keine Seltenheit mehr.

Leidet ein Pferd an einer Tumorerkrankung, ist es möglich, neben der nuklearmedizinischen Diagnostik auch eine Therapie mittels Strahlen- oder Chemotherapie ein zu leiten. All diese Dienstleistungen können meist nur in einer speziellen Pferdeklinik erbracht werden, da eine normale Tierklinik für Haustiere damit an ihre wirtschaftlichen Grenzen stoßen würde.

Der größte Unterschied zwischen einem Krankenhaus für Menschen und einer Pferdeklinik liegt wohl in der Unterbringung der Patienten. Für die Pferde gibt es keine Ein- oder Mehrbettzimmer, sondern mehrere, etwa 15 Quadratmeter große Boxen zur Unterbringung. Diese Größe erlaubt es auch, eine Stute mit ihrem Fohlen zusammen unter zu bringen. Für Pferde, die nach der Behandlung in der Pferdeklinik ihre Box schon verlassen können, gibt es meist eine Koppel, auf der sich die Tiere frei bewegen können.